Anamneseerhebung

Was muss der Arzt leisten?

ScotchDataIcon

Zurück


Was muß der Patient leisten ?
 

Der Patient schildert während der Anamnese in freier, vielleicht ungeordneter aber spontaner Erzählung seine Hauptbeschwerden und seine Krankheitsbiografie. In dieser Phase ist es wichtig, daß der Patient nur das wiedergibt, was er wirklich selbst persönlich empfindet. Er soll keine Meinungen von bisherigen Behandlern und Befunden übernehmen.

Der Patient soll möglichst genau und umfassend seine Beschwerden beschreiben.

Zum Beispiel:

Was ist der Krankheitsauslöser?
(Durchnässung, Zugluft, Überhitzung, emotionale Überlastung , Zorn,Traumen, usw.)

Was ist die Krankheitsursache?
(Konstitution, Kälteunverträglichkeit, Hitzeunverträglichkeit, Neigung zu Traurigkeit, cholerisches Temperament., erbliche Belastung)

Was sind die Krankheitssymptome?

Wie ist die Hauptbeschwerde?

Das kann sein:
Bei Tonsillitis  Halsschmerzen mit Gliederschmerzen, aber auch Gliederschmerzen bei Halsschmerzen

Wie ist das individuelle Krankheitsbild?

Was sind die Begleitbeschwerden?

Zum Beispiel:

Extremes Frösteln bei Halsschmerzen
Extremes Frösteln bei Magenschmerzen
Extremes Frösteln bei Migräne

Wie ist das Verhalten des Patienten?
Beststeht Reizbarkeit, Besorgtheit, Traurigkeit, Abneigung gegen Gesellschaft, Redseligkeit, Verschlossenheit, Launenhaftigkeit, Unzufriedenheit ?

Wie ist die
Qualität des Schmerzes, wie ist die Quantität des Schmerzes?

Wohin strahlen sie aus?

Wo sind die Schmerzen?

Wie sind die Schmerzen?

Wodurch werden sie besser?

Wodurch werden sie schlechter?

In welchen Lebensumständen befand sich der Patient beim Auftreten der ersten Beschwerden?

In welchen Lebensumständen befindet sich der Patient zum Zeitpunkt der Anamnese?

Gingen belastende Situationen dem Erkrankungsbeginn voraus?

Der Patient soll die Quantität und die Qualität des Schmerzes beschreiben. Der Schmerz soll greifbar, fühlbar werden, er soll plastisch und genau vorstellbar werden.

Der Patient soll verstehen, daß alle Fragen des Homöopathen wichtig sind.

Der Patienten soll alle Fragen des homöopathischen Arztes unvoreingenommen und vertrauensvoll zulassen.

oben

Was muß der Arzt leisten:

Der Arzt versucht alle Symptome und Beschwerden des Patienten in der Krankheits- geschichte zueinander in Beziehung zu setzen.

Er versucht eine Biographie des Patienten , beziehungsweise der Krankheit zu erhalten.

Er will die Gemeinsamkeit aller Beschwerden erkennen, um daraus einen roten Faden aufzunehmen, der alle Symptome verbindet.

Der Arzt versucht die aktuelle Lebenssituation des Patienten zu erfassen, auch wenn der Patient diese vordergründig mit seinen aktuellen Beschwerden nicht in Verbindung bringt. Der Arzt versucht Aufschlüsse über das innere Stressbewältigungs- programm des Patienten zu gewinnen.

Er sammelt ordnet und gewichtet die Symptome des Patienten.

Er entwirft vom Patienten ein Beschwerdebild und damit ein Arzneimittelbild. Das heißt, er erstellt eine individuelle Arbeitshypothese. Zur Überprüfung dieser Arbeitshypothese stellt der Arzt die verschiedensten, vielleicht fremd anmutenden Fragen.

Beispiel:

Haben Sie Verlangen nach Eiern, liegen Sie gerne auf dem Bauch, vertragen Sie die Sonne, sind Sie verfroren, haben Sie Träume?


Neben der schriftlichen Dokumentation erfolgt während des Anamnesegespräches die Suche nach dem Mittel, die sogenannte Repertorisation. Diese kann auch mittels Computer durchgeführt werden.

Am Ende der Anamnese erhält der Patient in der Regel das homöopathische bestgewählte Arzneimittel vornehmlich in Form von Globuli, Kügelchen.
 


Zeitaufwand der homöopathischen Anamnese:

Je nach Schwere des Krankheitsfalles, Dauer der Erkrankung und Plastizität der Krankheitssymptome bzw. Ausformung des Arzneimittelbildes in chronischen Fällen, kann die Erstanamnese in der Regel zwischen 30 Minuten und 2 Stunden dauern.

oben